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Cindy empfiehlt zum Thema ZEITSCHLEIFE
REMAINDER Wie die unendliche Schleife eines Möbiusbands beginnt und endet der Film im selben Moment. Darin liegt der Ausschnitt eines Lebens: Nachdem er sein Gedächtnis bei einem schweren Unfall verloren hat, versucht ein junger Mann, sich selbst zu verstehen, indem er in seine bruchstückhafte Erinnerung eintaucht. Die achteinhalb Millionen Pfund Schadensersatz, die er unter der Maßgabe des Stillschweigens erhalten hat, ermöglichen es ihm, sich immer obsessiver eine Welt und eine Identität zusammenzubauen, in der sich die mögliche Vergangenheit in der Gegenwart realisiert. "Dem israelischen Videokünstler Omer Fast ist mit dem Thriller ein famoses Kinodebüt gelungen. Ein Film über Wahn und Wirklichkeit in der vernetzten Gegenwart." (Süddeutsche Zeitung)
TRIANGLE Als einige Teens bei ihrem Segeltörn von einem Sturm überrascht werden, können sie sich auf einen auf dem Meer treibenden Dampfer retten. Dort geht jedoch Merkwürdiges vor sich...

Spannender und atmosphärischer Horror von Christopher Smith ("Severance"), der als düstere Allegorie ganz hervorragend funktioniert.

Das besondere Double-Feature: Die Unsterblichkeit der Mode
TRÄUME NICHT SIBYLLE, anlässlich des Todes von Sibylle Boden-Gerstner, Mitbegründerin und Namensgeberin der DDR Mode- und Kulturzeitschrift "Sibylle". Modefotografie in der DDR - das hieß fast immer "Sibylle"-Fotografie: Wie keine zweite Zeitschrift hat die "Sibylle" die Sicht auf Mode in der DDR und - weit darüber hinausgehend - auf Lebensweise und Kultur geprägt. Denn Mode war weit mehr als nur Bekleidung. Die "Sibylle" war außergewöhnlich und sehr begehrt. Die Dokumentation fragt nach der politischen Dimension dieser Zeitschrift und stellt die einstigen Macherinnen in einem persönlichen Portrait vor. Sie lassen uns teilhaben an ihrer Zeit bei der "Sibylle" - vor und nach der Wende. Dabei wird auch einiges an DDR-typischem Konfliktstoff berührt. Es war die leidenschaftliche Zeit des DDR-Kulturkampfes - Neue Ästhetiken versus Funktionäre...

A SINGLE MAN, Debüt des Modedesigners Tom Ford, dessen Nachfolger "Nocturnal Animals" gerade in den Kinos läuft: Fords cineastisches Erstlingswerk spielt in den 1960er Jahren und ist eine Hommage an die Mode der Zeit. Ein Literaturprofessor versucht nach dem Tod seines Lebenspartners wieder ins Leben zurückzufinden - doch seine traurige Vergangenheit scheint übermächtig...

So formal brillanter wie emotional berührender, von den Protagonisten Colin Firth und Julianne Moore wunderbar interpretierter Film um Isolation und Verlust. Nach dem Roman von Christopher Isherwood.

Anlässlich des Todes von Fidel Castro empfiehlt Aljoscha:
"ICH BIN KUBA": Episodenhafte Schlaglichter auf die Rebellen um Fidel Castro, die schließlich ihre erfolgreiche Revolution gegen das Batista-Regime durchführen. Wenig beachteter, aber formal äußerst bemerkenswerter kubanisch-sowjetischer Klassiker, der Stilmittel des Expressionismus nutzt und unter anderem mit einer herausragenden Kameraarbeit begeistert.
"COMMANDANTE": Oliver Stone führt ein dreitägiges Interview mit Fidel Castro. Im Verlauf der Gespräche redet Castro freimütig über seine Jugend, seinen Aufstieg zu Macht und seine Einschätzung zum gegenwärtigen Zustand seines Landes. Durch die intime Gesprächsatmosphäre kommt auch der Privatmann Castro an die Oberfläche, der Sophia Loren verehrt, "Titanic" nur auf Video gesehen hat und niemals beim Psychiater war, da er dafür einfach keine Zeit hatte. Stone verliert während der Gespräche aber nie die grundlegende Frage aus den Augen: Wie konnte der unbequeme Widersacher Castro der Supermacht USA über vier Jahrzehnte lang die Stirn bieten?
Das filmische Diptychon von Joshua Oppenheimer zum vergessenen Genozid in Indonesien:
THE ACT OF KILLING: Nach dem Militärputsch in Indonesien Mitte der 60er Jahre erklärte General Suharto alle Kommunisten zu Verbrechern. Unzählige staatlich sanktionierte Todestrupps zogen los und folterten, ersäuften und verbrannten jeden, der im Verdacht stand, Mitglied oder Sympathisant der KPI zu sein; bis zu einer Million Menschen wurden so ermordet. Noch immer sehen sich diese Männer als Helden, und so folgen sie der Idee von Regisseur Oppenheimer, ihr blutiges Handwerk detailliert nachzuspielen, gern. Straffrei seit 50 Jahren, schlüpfen sie in Fantasieuniformen oder schillernde Gangster-Anzüge und erzählen von der guten alten Zeit. Über ihre Kommentare der Inszenierung, den improvisierten Rollentausch beim Tötungsakt oder die familiäre Konfrontation entsteht ein ebenso faszinierendes wie zutiefst verstörendes Porträt der Banalität des Bösen. THE LOOK OF SILENCE: Der Film führt Regisseur Joshua Oppenheimer zurück nach Indonesien. Hier hatte er bereits mit seiner Dokumentation "The Act of Killing" die verheerenden Massaker der Militärdiktatur an vermeintlichen Kommunisten in den 60er jahren beleuchtet und dabei die Täter in den Vordergrund gestellt: Nun wendet sich Oppenheimer der anderen Seite des Genozids zu, den Familien der Opfer. Sie wohnen noch immer Tür an Tür mit den Tätern, die damals ihre Angehörigen töteten und die sie mitunter auch heute noch drangsalieren.

"The Act of Killing ist für uns einer der besten 100 Filme aller Zeiten – und die Fortsetzung 'The Look of Silence' steht dem Vorgänger in nichts nach." (filmstarts.de)

Josefa empfiehlt passend zum Kulturjahr Sucht
EDEN - LOST IN MUSIC: In den frühen Neunzigern ist der junge DJ Paul hautnah dabei, als das French House mit DJ-Gruppen wie Daft Punk und Cheers seinen Siegeszug feiert. Er lebt seinen Traum und verliert sich dabei immer mehr in den Tiefen dieser Parallelwelt, in einem flüchtigen Nachtleben bestehend aus Sex, Drogen und immerwährenden Beats - ein aufregendes und ekstatisches Generationsportrait, aber auch ein Film über die Verwirklichung von Träumen und deren Scheitern.

Der vierte Film der 34-jährigen Regisseurin Mia Hansen-Løve erzählt die autobiographische Geschichte ihres Bruders. Die distanzierte Erzählweise und die elliptischen Sprünge der Handlung vermitteln dabei sehr gut die kühle und gleichzeitig unglaublich tanzbare Stimmung der neuartigen Klänge jener Zeit.
REQUIEM FOR A DREAM: Harry ist ein kleiner Dealer in Brooklyn. Er und sein Freund Tyrone strecken Heroin und sind auf dem Weg nach Florida, um es dort an den Mann zu bringen. Harrys Freundin Marion (Jennifer Connelly) bleibt in New York. Sie ist schön, aus gutem Haus - und ebenfalls hoffnungslos süchtig. Mit dem Dealer Big Tim tauscht sie Sex gegen Dope. Harrys Mutter hingegen scheint einen Treffer gelandet zu haben: Sie ist als Kandidatin für ihre Lieblings-TV-Show eingeladen. Bis zu ihrem Auftritt möchte sie mit Hilfe von Appetitzüglern abnehmen. Doch durch ihren Pillenkonsum verliert sie völlig den Kontakt zur Realität...
Konsequentes, schwer erträgliches Sozialdrama um die zerstörerische Kraft der Sucht.

Zwei spannende Dokumentarfilme zum Kino der Weimarer Republik und der NS-Zeit
"VON CALIGARI ZU HITLER: DAS DEUTSCHE KINO IM ZEITALTER DER MASSEN" Die Dokumentation erzählt die Epoche des deutschen Kinos "im Zeitalter der Massen" zwischen Expressionismus und Neuer Sachlichkeit und ergänzt dies mit Ausblicken auf das politische und gesellschaftliche Geschehen der 1920er-Jahre. Sie waren nicht nur die bis heute wichtigste Zeit des deutschen Kinos, sondern eine der wunderbarsten Epochen des Kinos überhaupt. Der Film enthält neben den Klassikern von "[[Nosferatu]]" bis "Der blaue Engel" auch viel Unbekanntes, nie Gezeigtes, völlig Vergessenes. Eine Reise in die beste Zeit des deutschen Kinos – und in die Abgründe des Unbewussten der Weimarer Republik.

VERBOTENE FILME - DAS VERDRÄNGTE ERBE DES NAZI-KINOS" Zwischen 1933 und 1945 wurden in Deutschland 1200 Spielfilme hergestellt, 300 Filme wurden nach dem Krieg von den Alliierten verboten. Über 40 NS-Filme sind bis heute nur unter Auflagen zugänglich, sie werden als "Vorbehaltsfilme" bezeichnet. Der Umgang mit ihnen ist schwierig: Bewahren oder entsorgen, freigeben oder verbieten? Die Dokumentation macht sich auf die Suche nach dem Mythos dieser Filme, ihrem Publikum und ihrer Wirkung heute – eine Reise zur dunklen Seite des Kinos. Regisseur Felix Moeller zeigt, wie die "Vorbehaltsfilme" auf ein heutiges Publikum treffen und wie sie diskutiert werden.
Till empfiehlt zwei 2016er Lieblingsfilme
"MEIN EIN, MEIN ALLES" Nach einem schweren Skiunfall wird Tony (Emmanuelle Bercot) in ein Reha-Zentrum gebracht. Dort muss die junge Frau nicht nur mühsam das Gehen neu erlernen, sondern auch ihr inneres Gleichgewicht wiederfinden. Zeit, um auf ihre turbulente Beziehung mit Georgio (Vincent Cassel) zurückzublicken: Warum haben sie sich geliebt? Wer ist dieser Mann, dem sie so verfallen war? Und wie konnte sie es zulassen, sich dieser zerstörerischen Leidenschaft auszuliefern? Vor Tony liegt ein langer Heilungsprozess, aber auch eine Chance, die Stücke ihrer zerbrochenen Persönlichkeit neu zusammenzusetzen und am Ende wieder frei zu sein.

"Mit ihrem intensiven Liebesdrama inszeniert Maiwenn Le Besco eine mitreißende und zudem stark gespielte Amour fou." (filmstarts.de)
"AMERICAN HONEY" “We found love in a hopeless place”… Star ist gefangen in einem Leben, dass sie sich so nicht erträumt hat. Als sie eines Tages Jake sieht, ist sie fasziniert. Er ist der vermeintliche Kopf einer Gruppe unbeschwerter Jugendlicher, denen sie in einem Supermarkt begegnet. Unvermittelt lädt er sie ein, sich ihnen anzuschließen. In Star keimt der Gedanke, alles hinter sich zu lassen. Jake hat ihr den Kopf verdreht und so stürzt sie sich ins Abenteuer, in die Freiheit und das Gefüge einer Gruppe mit ganz eigenen Regeln - tagsüber ziehen sie von Haustür zu Haustür, um halb-legal Magazine zu verkaufen, und nachts feiern sie wild und zügellos. Ein Roadtrip in das Herz Amerikas und der Beginn einer rohen jungen Liebe, die ihre Grenzen sucht….

"It’s not social realism in the British sense; maybe it’s closer to New Wave, a nouvelle vague americaine with its youth, sex and outlaw freedom. Selling magazine subscriptions? Is that like Jean Seberg selling the New York Herald Tribune in Godard’s Breathless? There is a great performance here from Sasha Lane and this is another step onwards and upwards for Andrea Arnold herself..."(The Guardian)